Deutschkurse im netzwerk4A – Zahlen und Hintergründe

Über 1100 Geflüchtete haben in den vergangenen Jahren einen oder mehrere Deutschkurse im Projekt netzwerk4A besucht. Die mit Abstand meisten Kursteilnehmer*innen kamen aus Afghanistan und Syrien. In den ersten beiden Projektjahren war ein Großteil der Teilnehmer*innen männlich, mittlerweile ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.

Teilnehmenden-Zahlen der Deutschkurse im netzwerk4A 2015–2018

* Im Sommer 2015 kamen überdurchschnittlich viele Geflüchtete nach Augsburg. Um die Neuankömmlinge nicht unnötig lange auf ihren ersten Deutschkurs warten zu lassen, haben die Mitarbeiter*innen des netzwerk4A für sie einen Zusatzkurs eingerichtet.


Vom Projektbeginn bis zum Frühlingstrimester 2017 lässt sich ein deutlicher Rückgang der Teilnehmendenzahlen beobachten. So besuchten im Sommertrimester 2015 324 Geflüchtete einen netzwerk4A-Deutschkurs. Im Frühlingstrimester 2017 waren es noch 98. Hierfür gibt es mehrere Gründe: Beispielsweise ging die Zahl der Neuankömmlinge deutlich zurück, immer mehr Geflüchtete traten in ein Beschäftigungsverhältnis ein. Im Oktober 2015 wurden außerdem die staatlichen Integrationskurse für Asylbewerber*innen aus Syrien, Eritrea, Irak, Iran und Somalia geöffnet. Fast zeitgleich bot die Agentur für Arbeit kurzfristig Deutschkurse für Asylsuchende mit einer guten Bleibeperspektive an. Diese neuen Kurse entlasteten ehrenamtliche Kursangebote.

Seit dem Sommertrimester 2017 hat die Zahl der Kursteilnehmer*innen wieder zugenommen – zuletzt besuchten 156 Geflüchtete einen Deutschkurs im netzwerk4A. Die Kurse werden nun auch verstärkt von Personen nachgefragt, die zuvor einen staatlichen Integrationskurs besucht haben und ihre bisherigen Deutschkenntnisse weiter vertiefen möchten.

Der hohe Männeranteil in den Kursen spiegelt den hohen Männeranteil in der Gesamtzahl der Geflüchteten wider, für den es viele verschiedene Gründe gibt. In den vergangenen Trimestern hat sich der Anteil der Frauen allerdings deutlich erhöht. Im Frühlingstrimester 2018 besuchten erstmals mehr Frauen als Männer einen netzwerk4A-Deutschkurs.

Herkunftsländer der Kursteilnehmer*innen – Juli 2015–Dezember 2017


> 50 Teiln. 10-50 Teiln. < 10 Teiln.


Zwischen Juli 2015 und Dezember 2017 besuchten 1088 Asylsuchende einen Deutschkurs im netzwerk4A. Diese Zahl ist bereinigt, jede*r Kursteilnehmer*in wurde also nur einmal gezählt, auch wenn er/sie in mehreren Trimestern am Unterricht teilgenommen hat.

Die Teilnehmer*innen kamen aus 51 Ländern. Die meisten aus Afghanistan (345), gefolgt von Syrien (236), Nigeria (78), Somalia (62), Albanien (42), Eritrea (41) und dem Kosovo (37). Neben den eher typischen Herkunftsländern besuchten auch Geflüchtete aus Russland (15), dem Iran (4) oder Vietnam, Kroatien und Paraguay (jeweils eine Person) mindestens ein Trimester lang einen Deutschkurs im netzwerk4A.

Top 10 Herkunftsländer der Kursteilnehmer*innen

 Sommer 2015Sommer 2015 2Herbst 2015Frühling 2016Sommer 2016Herbst 2016Frühling 2017Sommer 2017Herbst 2017Frühling 2018
1Syrien (67)Syrien (103)Afghanistan (122)Afghanistan (181)Afghanistan (116)Afghanistan (61)Afghanistan (49)Afghanistan (45)Syrien (27)Syrien (39)
2Nigeria (35)Afghanistan (34)Nigeria (35)Nigeria (26)Pakistan (14)Syrien (11)Syrien (18)Syrien (27)Afghanistan (25)Afghanistan (26)
3Afghanistan (30)Eritrea (11)Somalia, Syrien (je 15)Pakistan (10)Nigeria (13)Somalia (10)Somalia (8)Somalia (19)Somalia (21)Somalia (13)
4Albanien, Kosovo (je 29)Albanien (9)Albanien (13)Somalia (7)Russland (10)Nigeria (6)Eritrea (5)Äthiopien (9)Irak, Pakistan (je 7)Irak (9)
5Eritrea, Somalia, Ukraine (je 17)Pakistan (5)Ukraine (12)Senegal (5)Senegal, Somalia (je 5)Irak (5)Irak (3)Nigeria (5)Eritrea, Nigeria (je 6)Iran, Nigeria (je 7)

Im Sommer 2015 war der Anteil syrischer Geflüchteter in den Deutschkursen besonders hoch. Bis zum Herbsttrimester 2017 kamen dann die meisten Teilnehmer*innen aus Afghanistan, fast alle Syrer*innen wechselten in einen Integrationskurs. Die Zahl der Afghan*innen in den Kursen ist wiederum seit dem Frühling 2016 rückläufig. Mittlerweile besuchen wieder mehr Syrer*innen als Afghan*innen einen netzwerk4A-Deutschkurs, auch ihre Zahl ist allerdings deutlich zurückgegangen.