Elternberatung & Familienbildung

Elternbildung für geflüchtete Familien muss zum einen Inhalte vermitteln, die helfen, sich in der Bundesrepublik zurecht zu finden, zum anderen müssen die Eltern als Experten in eigener Sache betrachtet werden, denn sie sind es, die das Kunststück vollbringen müssen, sich in der neuen Kultur zu integrieren und gleichzeitig ihr Familiensystem stabil zu halten und den Kindern in der neuen Umgebung Halt und Orientierung zu geben. Das Familiensystem zu stützen und Eltern in ihrer Elternrolle zu stärken, ist das Ziel dieses Projektes.

Ansprechpartnerin: Susanne Donn
Bismarckstr. 64
86391 Stadtbergen
Tel.: 0821/65060187
Mobil: 0173 35 214 08
E-Mail: donn.s[at]diakonie-augsburg.de

Inhalte der Elternbildung für Familien mit Fluchthintergrund

Die Inhalte der Elternbildungsmaßnahmen werden nach den Wünschen der betroffenen Eltern ausgewählt, denn sie wissen selbst am besten, wo sie Unterstützungsbedarf haben. Das braucht jedoch Zeit und einen vertrauten Rahmen – wer gibt schon gerne zu, dass er Probleme hat, die er nicht alleine lösen kann?

Zu Beginn des Elternbildungsangebotes konnte auf die Erfahrung der Asylsozialarbeit, anderer Elternbildungsprojekte für Familien mit Migrationshintergrund (z.B. Refugio München, Stadtteilmütter Augsburg) und auf Fachliteratur zurückgegriffen werden. Die Inhalte decken sich einerseits mit den Themen, die alle Eltern betreffen (z.B. Grenzen setzen, Medienkonsum, Schullaufbahnentscheidungen, Konfliktlösung, Umgang mit Gewalt etc.), andererseits haben sie aber auch viel mit der Integration in die Aufnahmegesellschaft zu tun (z.B. Schulsystem, Gesundheitssystem, Freundschaften schließen und halten, Geschlechterrollen und Frauenrechte).

Module
Die Elternbildung für geflüchtete Familien mit Schulkindern setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen, die einzeln angeboten werden können:

  • Informationsveranstaltungen / Vorträge zu reinen Informationsthemen, wie z.B. Schulsystem, Gesundheitssystem, etc.
  • Elternsprechstunden
  • Ausflüge und Exkursionen mit den Familien zu Einrichtungen für Kinder, z.B. Schule, Bibliothek, Familienbildungsstätte, etc.
  • Mehrsprachiges Informationsmaterial zu Familien- und Erziehungsthemen

Die Methoden sind angepasst an die Sprachmöglichkeiten und die Eltern werden als Expert*innen in eigener Sache wahrgenommen.

Frauencafés

Aus dem Angebot der Elternberatung und Familienbildung hat sich die Idee zu einem Frauencafé entwickelt. Es gibt nun an den Standorten Meitingen und Stadtbergen kleine Frauencafés, die den Frauen helfen, Netzwerke zu bilden, sich und ihre unterschiedlichen Kulturen besser kennen zu lernen, einen Raum für weibliche Integrationsthemen zu schaffen und die Frauen zu stärken. Themen und Inhalte kommen von den Frauen selbst, die pädagogische Begleitung moderiert und eröffnet so einen Raum, indem die Frauen ihre eigenen Stärken entdecken können. Die Frauencafés werden von den Frauen sehr gut angenommen.